Photovoltaikanlagen
Solare Stromerzeugung mit Photovoltaik

Solarzellen fertigt man aus Halbleitermaterialien an, in denen durch das Auftreffen von Licht ursprünglich gebundene Elektronen in frei bewegliche Leitungselektronen umgesetzt werden.
Durch ihre Bewegung innerhalb des elektrischen Feldes entsteht elektrische Spannung. Diese ist je nach augenblicklicher Lichtintensität größer oder kleiner. Am häufigsten wird hochreines, kristallines Silizium für die Herstellung von Solarzellen eingesetzt, da es gegenüber anderen Halbleitermaterialien wesentlich kostengünstiger ist. Ausgangsstoff für die Siliziumproduktion ist Quarzsand. Dieser wird in aufwendigen Verfahren mehrfach gereinigt und geschmolzen. Hergestellt werden amorphe und kristalline Siliziumzellen, wobei die kristallinen Strukturen, ob monokristallin oder polykristallin, höhere Wirkungsgrade erzielen als die amorphen.

Die Einsatzmöglichkeiten von Photovoltaik sind groß. Einzelne Solarzellen genügen zum Antrieb von kleinen Gegenständen wie Solar-Taschenrechnern oder Solar-Uhren. Für höheren Strombedarf werden mehrere Einzelzellen zu Modulen zusammengefasst. So lassen sich unzählige Anwendungsmöglichkeiten für Solarstrom finden: angefangen bei einzelnen Leuchten und Bewegungsmeldern, Parkscheinautomaten und Verkehrsleitsystemen bis hin zu größeren Anlagen zur Stromversorgung von Garten- oder Wochenendhäusern, von Wohnwagen oder Wohnmobilen wie auch zur Unterstützung der Stromversorgung eines Wohnhauses. Für die sinnvolle Nutzung von Photovoltaikanlagen ist der bewusste Umgang mit Strom sehr wichtig. Daher sollte man, wo immer es geht, energiesparende Verbraucher einsetzen.

In den meisten Fällen wird Photovoltaik dort eingesetzt, wo keine Stromversorgung vorhanden ist oder wo das Verlegen von konventionellen Stromanschlüssen einen zu großen Aufwand erfordern würde. Die alleinige ganzjährige Stromversorgung von Wohnhäusern mit Solarstrom ist in Deutschland aufgrund der Sonnenscheinverteilung nicht realistisch. Dazu wären hohe finanzielle Investitionen und Einschränkungen beim Stromverbrauch, vor allem im Winter, notwendig.
In vielen Bundesländern werden größere Photovoltaikanlagen finanziell gefördert.

Solarmodule für Photovoltaikanlagen
Da einzelne Solarzellen nur selten zur Stromversorgung eines Verbrauchers genügen, schaltet man mehrere Solarzellen zu Solarmodulen zusammen. Zum Schutz vor äußeren Einflüssen umgibt man sie mit einem durchsichtigen Gehäuse.Aus Silizium werden heute drei Typen von Solarzellen mit amorpher, monokristalliner und polykristalliner Struktur gefertigt. Die ersten gebauten Solarzellen waren die monokristallinen Solarzellen. Diese werden durch das Zersägen eines Einkristallstabs gewonnen. Sie weisen zumeist eine halbrunde Form mit homogener Kristallstruktur auf.

Bei der Herstellung amorpher Solarzellen wird das Silizium als dünne Schicht auf ein Trägermaterial, beispielsweise Glas, aufgedampft. Diese Solarzellen zeigen keine Kristallstruktur. Sie werden zumeist bei kleineren Verbrauchern, z.B. Uhren oder Taschenrechnern, eingesetzt. Die Vorteile der amorphen Solarzellen liegen in ihrer hohen Lichtabsorption und dem geringen Energie- und Materialaufwand bei der Herstellung. Ihre Nachteile bestehen häufig in mangelnder Langlebigkeit und im deutlich niedrigeren Wirkungsgrad.
Da die Produktion amorpher Solarzellen Potenzial für eine kostengünstige Massenfertigung bietet, wird sicherlich weltweit an ihrer Verbesserung gearbeitet.
Solarzelle Wirkungsgrad
Monokristallin
13-16%
Polykristallin
9-13%
Amorph
6-8%
